Ruta de las Flores

Nach ein paar Tagen an der Pazifik-Küste wollen wir 5 Tage in den Bergen von El Salvador verbringen. Auf den Pfaden der „Ruta des Las Flores“, einer wunderschönen Strecke im Herzen El Salvadors, mit blühenden Pflanzen und Künstlerdörfern mit bemalten Häuserwänden..Wir entscheiden uns für ein gemütliches Backpacker-Hostel mit künstlerisch eingerichteten Räumen, gemeinsamer Küche, sehr geräumigem Wohnzimmer und einem wunderschönen Garten im Hinterhof zum Verweilen – das „Hotel Mazeta“ in Juayua.

Von hier aus unternehmen wir ein paar Ausflüge – wirklich wunderschöne und interessante Erlebnisse für uns alle!

Kein Unterricht, aber Geschichte

Durch Zufall entdecken wir im Nachbarort Salcoatitan  ein vorerst unscheinbares Museum „El Museo de la Imprenta“ – ein Druckerei-Museum.

Als wir durch den Shop in den Hinterhof laufen und den Ausstellungsraum entdecken, staunen wir über die tolle Darbietung!
Von ersten Exemplaren der Druckmaschinen, über Setzkasten mit Bleibuchstaben bis hin zu Ausstellungsexemlaren der ersten Computer wird vieles über die Geschichte des Druckes gezeigt. Uns wird auch vorgeführt, wie eine Maschine Schritt für Schritt ein Flugblatt drucken konnte.
Alte Fotos, Zitate von Goethe und anderen Dichtern und Schriftstellern und natürlich die Geschichte von Johann von Gutenberg hängen an der Wand. Sehr spannend auch für die Kinder, die sich vor allem aber für eine alte manuelle Perforiermaschine interessieren!

Kaffee-Tour in El Carmen / Ataco

In Nicaragua hat es immer nicht geklappt, aber diesmal wollen wir uns die Chance nicht entgehen lassen. El Salvador ist ja auch ein Kaffee-Land! Eine halbe Stunde von Juayua entfernt ist eine Kaffee-Plantage mit Fabrik und alter Finca der Familie, die die Kaffee-Herstellung seit 4 Generationen weiterführt.
Teilweise wird dort auch Kaffee von anderen Fincas verarbeitet- sie produzieren insgesamt 5.000 Tonnen pro Jahr!

Auch wenn zur Zeit keine Kaffee-Ernte statt findet (die Saison ist von September bis März), so dürfen wir doch alles ganz genau kennenlernen.
Ein junger Mann erklärt uns die ganze Anlage der Fabrik, besonders spannend ist es in der Lagerhalle, wo die vielen Säcke mit getrockneten Bohnen für die Weiterverarbeitung aufbewahrt werden. Da hat er uns auch mal schnell ein paar Säcke angestochen, um uns die Bohnen in den unterschiedlichen Prozess-Stufen zu zeigen.

Manuelles Aussortieren der Bohnen, Mahlen und manuelles Abfüllen und Etikettieren, ales wird vor Ort gemacht.

Am Ende der Führung wird für uns auf der Terrasse im herrlichen, weitläufigen Garten der Finca ein frischer Kaffee gebrüht. Ganz nach traditioneller Weise und natürlich aus eigener Produktion.
Erstaunen, dass die Kinder nicht auch mittrinken. Das ist wohl im Land ganz normal.
Also probiert Emilia doch auch mal.
Nein, Kaffeetrinkerin wird sie wohl erst in Deutschland, in ein paar Jahren….

Verirrungen im Labyrinth / laberinto

Darauf freuen sich die Kinder schon den ganzen Vormittag! Verstecken-Spielen in einem echten Labyrinth! Aber während des MIttagessens in einem lokalen Restaurant in Ataco fängt es dermaßen an zu schütten, dass wir uns sicher sind: das müssen wir bleiben lassen.
Sturzbäche rasen die Straßen hinunter. Alles, was nicht gut geschützt und angebunden ist, wird mitgerissen! Micha holt das Auto. Er ist in Sekunden nass, wir beim Einsteigen auch.
Die Enttäuschung ist aber so groß, dass wir einfach trotzdem mal in die Richtung fahren. Vielleicht kann man ja dort wenigstens erstmal noch einen Kaffee trinken.

Als wir ankommen, nieselt es nur noch 🙂 Was für ein Timing!
Und was für ein Spaß in diesem wunderbar angelegten Irrgarten! Von oben hat man schon eine Aussicht auf das Labyrinth aus Wacholder-Hecken.
Ich gebe zu – ich hatte mir das wirklich einfach vorgestellt. Man muss bis in die Mitte finden, dort ist ein „mirador“ (Aussichtspunkt), wo man glücklich eine Glocke läuten darf, weil man es endlich geschafft hat. Natürlich auch schön, die Glocke ab und zu hören zu können, wenn man noch herumirrt und sich ganz in der Nähe weiß (oder denkt ?)

Emilia und Leonard wollen sich von uns trennen und machen sich einen Spaß daraus, das Ziel in der Mitte mit uns um die Wette zu erreichen. Ein Gequieke und Gekreische, wenn sie uns durch die Hecke entdecken.

Da Sonntag ist, sind auch ziemlich viele Einheimische dort und es macht Spaß, sich ab und zu hilflos Hinweise auszutauschen!
Die Kinder schaffen es zuerst!
Fast 1 Stunde sind wir schon dort drin. Und die beiden wollen alleine herumirren, um wieder herauszufinden.

Dann gehen wir eben schon mal einen leckeren Kaffee trinken, denn zum Glück finden wir den Ausgang schnell. Erschöpft und glücklich kommen die beiden eine Viertelstunde später bei uns an.

4 Antworten auf „Ruta de las Flores“

  1. Hallo Antje,

    müsst ihr euch darauf einstellen, dass das Kinderzimmer zuhause bald bunter wird?
    So viel Inspiration! Und Emilia malt doch so gut 🙂

    Habe mit Interesse alles gelesen und angeschaut! Wirklich schöne Erlebnisse!

    Habt noch eine schöne Zeit
    Christa

  2. Habe meine Nachtruhe verschoben, nachdem ich den Blog von heute noch entdeckte. Bin 2x vor und zurück durch und begeistert von all euren wundervollen Erlebnissen und den (ent)sprechenden Fotos. Und die frohen Kindergesichter!

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