Naturereignisse

Erdbeben

Auch in der Natur habe ich zum ersten Mal in meinem Leben „Bewegung“ im wahrsten Sinne des Wortes erlebt.
Ich bin am Einschlafen.
Plötzlich wackelt das Bett.
Im Halbschlaf denke ich, Micha dreht sich einfach nur im Bett um, aber das hört ja gar nicht mehr auf!
Mir wird klar, dass das ganze Haus wackelt! Ich halte mich an Micha fest.
Das Ganze dauert nur etwa eine Minute, aber es ist wirklich beeindruckend!

Wir schauen im Internet nach, es war ein Beben der Stärke 5,6 – ungefähr 50 km vor der Küste.
Dies ist also harmlos verlaufen, aber es war trotzdem ein komisches Gefühl.
Die Kinder haben davon nichts gemerkt.

Tsunami-Warnung

Heute Nacht, etwa 1 Woche nach dem Erdbeben, war wirklich eine sehr verrückte Nacht:
Abends fängt es an zu regnen, es wird immer stärker – die Regenzeit beginnt. Es donnert und blitzt. Der Ventilator und die Lichter draußen gehen aus. Stromausfall. Das ist hier üblich bei starkem Regen.

Plötzlich (ca. 2 Uhr) ein ziemlich starker Donner, ganz nah. Davon wachen die Kinder auch auf. Wir beruhigen sie, unterhalten uns noch ein bisschen – dann schlafen sie wieder ein.

Gegen 3.30 Uhr ertönt die örtliche Sirene am Strand – dann die Durchsage „Emercencia – alerta de Tsunami, alerta de Tsunami“.

Ich hatte erst am Vortag mit Francisca gesprochen, die uns gestern einen Tortilla-Kurs gegeben hat. Sie hat den Tsunami vor 26 Jahren erlebt und in jungen Jahren ihre erste Tochter dabei verloren.

Sofort schießen mir Bruchteile von Gedanken durch den Kopf…ich habe solche Angst, beginne zu zittern, gerate in Panik.
Immer wieder die Durchsage „Alerta de Tsunami, alerta de Tsunami“.
Leonard wacht auf. Micha bleibt komplett ruhig, glaubt es nicht, denkt, es ist ein Feuer, was den Alarm auslöst. Das überzeugt mich wenig, es regnet wie aus Kübeln. Feuer…? Nein.

Ich schaue aus der Tür, ob jemand drüben in der Rancho ist. Ich sehe einige Taschenlampen und Leute.
Emilia schläft weiter.
Wir überlegen, ob wir erst mal rüber schauen und sie dann eventuell wecken. Nein, wenn es wahr ist, wollen wir sie bei uns haben.
Wir kriegen sie irgendwie wach. Die Kinder frieren und haben auch Angst. Ich versuche, ruhig zu bleiben, Micha ist es zum Glück sowieso.

Wir kramen die Regenjacken aus der Reisetasche und schnappen uns die Passports und Handys. Dann rennen wir mit Stirnlampen durch den Starkregen zur Rancho.
Alle beraten sich, Imara (die Verantwortliche der Rancho) telefoniert mit dem Verteidigungsministerium. Ein paar Gäste beruhigen uns schon, da im Internet nichts zu lesen ist, ausser über ein starkes Beben in Hawaii.

Nach einer Viertelstunde sind wir alle sicher, dass es ein Fehlalarm sein muss, vielleicht ein Kurzschluss der Alarmanlage wegen des Unwetters.

Wir können noch eine ganze Weile nicht schlafen, wachen dann auch erst 7.30 Uhr auf. Wir wollten 6.00 Uhr eigentlich surfen gehen, weil die Bedingungen heute so gut sind.

Das machen wir dann trotzdem: Leonard, Micha und ich – wir schnappen uns die Surfbretter und verscheuchen die Schreckensgedanken in den Wellen.
Emilia schläft endlich mal aus.

Was für eine Nacht!

4 Antworten auf „Naturereignisse“

  1. Oh jeh also langweilig wird es bei Euch nicht!!! Zum Glück ist nichts passiert!! Passt auf Euch auf und berichtet fleissig weiter, ist immer spannend zu lesen. Liebe Grüße auch von Niels und Isabella

    1. Vielen Dank ihr Lieben!
      Nein, langweilig wird es wahrlich nicht..
      Schön, dass ihr uns gerne „verfolgt“.
      Liebe Grüße von uns allen!

  2. Ach herrje und dann doch irgendwie spannend. Wie schön dass nichts passiert ist und ihr wohlbehalten seid. Drücke euch und denke oft an euch.

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